Induratio penis plastica (IPP, Peyronie-Erkrankung)
Die Induratio penis plastica (IPP) ist eine erworbene, benigne Erkrankung des Penis, die durch die Ausbildung fibröser Plaques in der Tunica albuginea gekennzeichnet ist. Diese führen zu einer Verkrümmung des erigierten Penis, häufig kombiniert mit Verkürzung, Deformierungen (z. B. Hourglass-Phänomen) und einer relevanten Beeinträchtigung von Sexualfunktion und Lebensqualität.
Entgegen der klassischen Lehrbuchdarstellung berichten die meisten Patienten in meiner klinischen Erfahrung nicht über ein ausgeprägtes akutes, entzündliches oder schmerzhaftes Stadium. Vielmehr steht häufig von Beginn an eine strukturelle Veränderung mit zunehmender oder bereits stabiler Deformität im Vordergrund. In dieser Situation sind konservative Maßnahmen meist nicht zielführend.
Induratio penis plastica
Operative Therapieoptionen
Bei stabiler IPP und relevantem Leidensdruck stellt die operative Therapie die effektivste und nachhaltigste Behandlungsoption dar. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach Krümmungsgrad, Penislänge, Art der Deformität und der erektilen Funktion.
Induratio penis plastica
Operative Therapieoptionen
1) Verkürzende Verfahren (Plikatur, Nesbit)
Verkürzende Verfahren korrigieren die Krümmung durch eine gezielte Straffung der konvexen (gesunden) Seite des Penis.
Sie eignen sich besonders bei moderaten Krümmungen, ausreichender Penislänge und fehlenden komplexen Deformitäten.
Charakteristika:
- technisch präzise und standardisierte Eingriffe
- kurze Operationsdauer
- sehr gute funktionelle Ergebnisse
- geringe Komplikationsrate
Eine gewisse Verkürzung des Penis ist Teil des Verfahrens und wird präoperativ offen und realistisch besprochen.
Induratio penis plastica
Operative Therapieoptionen
2) Plaqueinzision und Grafting
(autologer Venenpatch oder TachoSil®)
Bei ausgeprägter Krümmung, komplexen Deformitäten oder signifikanter Verkürzung ist die Plaqueinzision mit Defektdeckung (Grafting) das Verfahren der Wahl.
Nach gezielter Inzision der Plaque wird der Defekt rekonstruktiv gedeckt.
Verwendete Materialien:
- Autologer Venenpatch (Technik nach Tom F. Lue und Walter Stackl)
- TachoSil® (kollagenbasierte, resorbierbare Matrix)
Vorteile:
- bestmöglicher Erhalt der Penislänge
- anatomisch rekonstruktiver Ansatz
- zuverlässige Korrektur auch komplexer Deformitäten
Diese Eingriffe erfordern eine hohe operative Expertise und entsprechende Erfahrung, insbesondere zur Minimierung des Risikos postoperativer Erektionsstörungen.