Allgemeine Urologie
Die Allgemeine Urologie umfasst die Diagnostik und Therapie gutartiger Erkrankungen der Prostata, Harnblase, Harnleiter und Niere. Neben konservativen Verfahren liegt ein besonderer Schwerpunkt auf modernen, minimalinvasiven operativen Techniken.
Im Mittelpunkt stehen für mich eine präzise Indikationsstellung, eine strukturierte Aufklärung und die Auswahl des individuell sinnvollsten Verfahrens – stets nach aktuellem Stand der wissenschaftlichen Evidenz.
Allgemeine Urologie
Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)
Die TUR-P ist seit Jahrzehnten das bewährte operative Standardverfahren zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH), wenn medikamentöse Therapien nicht ausreichend wirksam sind oder relevante Komplikationen auftreten.
Typische Indikationen:
- ausgeprägte Miktionsbeschwerden
- wiederholter Harnverhalt
- rezidivierende Harnwegsinfektionen
- Blasensteine
- relevante Restharnbildung
Der Eingriff erfolgt endoskopisch über die Harnröhre ohne äußeren Schnitt. Ziel ist die nachhaltige Verbesserung des Harnflusses bei gleichzeitiger Schonung der Kontinenz- und Erektionsfunktion.
Die Indikation zur Operation wird stets individuell gestellt und unter Berücksichtigung von Prostatavolumen, Begleiterkrankungen und Patientenwunsch entschieden.
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Endourologie
Die Endourologie ermöglicht die minimalinvasive Behandlung von Erkrankungen der oberen Harnwege ohne offene Operation. Moderne Optiksysteme und flexible Instrumente erlauben eine präzise Therapie bei gleichzeitig geringer Belastung für den Patienten.
Ureterorenoskopie (URS)
Die URS dient vor allem der Behandlung von Harnleiter- und Nierensteinen sowie der Abklärung unklarer Befunde im oberen Harntrakt.
Es kommen sowohl starre als auch flexible Instrumente zum Einsatz:
- Starre URS: vor allem bei Harnleitersteinen
- Flexible URS: bei Steinen im Nierenbecken oder im Kelchsystem der Niere
Die Steine werden mittels Laser fragmentiert und entfernt. Ziel ist eine vollständige Steinfreiheit bei maximaler Schonung des umliegenden Gewebes.
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Perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL)
Die PCNL ist das Verfahren der Wahl bei größeren oder komplexen Nierensteinen.
Über einen kleinen Zugang durch die Flanke wird ein direkter Zugang zur Niere geschaffen. Unter endoskopischer Sicht können Steine effizient fragmentiert und entfernt werden.
Indikationen sind insbesondere:
- große Nierensteine
- Ausgusssteine
- komplexe oder therapieresistente Konkremente
Die PCNL ermöglicht auch bei hoher Steinlast eine effektive, minimalinvasive und nachhaltige Therapie.
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Individuelle Therapieplanung
Nicht jede Prostatavergrößerung und nicht jeder Harnstein erfordert eine Operation. Die Wahl der Therapie richtet sich nach:
- Beschwerden
- objektiven Befunden
- Steinlast und -lokalisation
- Begleiterkrankungen
- persönlicher Lebenssituation
Ziel ist stets eine funktionell optimale und langfristig stabile Lösung bei möglichst geringer Belastung.