Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Laut Statistik Austria werden in Österreich jährlich mehrere tausend Neuerkrankungen diagnostiziert; etwa jeder achte Mann ist im Laufe seines Lebens betroffen. Dank moderner Diagnostik wird Prostatakrebs heute häufig in frühen, gut behandelbaren Stadien erkannt – mit sehr guten Heilungschancen.
Prostatakrebs
Prostatakrebs
Diagnostik & Risikoeinschätzung
Die Therapieentscheidung basiert immer auf einer individuellen Risikostratifizierung, u. a. anhand von:
- PSA-Wert und Verlauf
- Histologie (Gleason-Score / ISUP-Gruppe)
- Tumorausdehnung (MRT, Biopsie)
- Alter, allgemeinem Gesundheitszustand und Lebenssituation
Am LK Mistelbach-Gänserndorf führen wir die MR-Fusionsbiopsie der Prostata durch. Dabei werden die im multiparametrischen MRT identifizierten suspekten Areale gezielt mit der Ultraschallbiopsie fusioniert, was die Treffsicherheit insbesondere bei klinisch signifikanten Tumoren deutlich erhöht.
Die Untersuchung erfolgt tagesklinisch in Lokalanästhesie und ermöglicht eine präzise, schonende und moderne Abklärung als Grundlage für eine individuell angepasste Therapieentscheidung.
Je nach Risiko kommen aktive Überwachung, operative Therapie oder Strahlentherapie in Betracht. Ein zentraler Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt in der operativen Behandlung.
Prostatakrebs
Operative Therapie – meine Schwerpunkte
1) Laparoskopische radikale Prostatektomie
(mit oder ohne Lymphadenektomie)
Die laparoskopische radikale Prostatektomie ist ein etabliertes, minimal-invasives Verfahren zur vollständigen Entfernung der Prostata und der Samenblasen. Abhängig vom individuellen Risiko kann zusätzlich eine pelvine Lymphadenektomie durchgeführt werden.
Vorteile:
- Minimal-invasiver Zugang
- Gute onkologische Kontrolle
- Reduzierter Blutverlust
- Raschere Rekonvaleszenz im Vergleich zur offenen Operation
Diese Technik eignet sich insbesondere für Patienten mit intermediärem bis höherem Risiko, bei denen eine Lymphknotenentfernung notwendig oder sinnvoll ist.
Prostatakrebs
Operative Therapie – meine Schwerpunkte
2) Perineale radikale Prostatektomie
(bei low- bis intermediate-risk ohne Lymphadenektomie)
Die perineale radikale Prostatektomie erfolgt über einen Zugang zwischen Hodensack und After – ohne Eröffnung der Bauchhöhle.
Diese Technik ist besonders geeignet:
- bei low- bis intermediate-risk Prostatakrebs,
- wenn keine Lymphadenektomie erforderlich ist,
- bei Patienten nach größeren Bauchoperationen,
- nach Hernienoperationen mit Netzimplantaten,
bei denen ein abdomineller Zugang technisch erschwert oder ungünstig wäre.
Vorteile der perinealen Technik:
- Kein Bauchschnitt
- Sehr direkte, anatomische Präparation
- Geringe Belastung des Bauchraums
- Gute funktionelle und onkologische Ergebnisse bei richtiger Indikation
Prostatakrebs
Individuelle Therapieentscheidung
Welche operative Technik im Einzelfall die beste ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Tumorrisiko und -stadium
- Notwendigkeit einer Lymphadenektomie
- Voroperationen im Bauchraum
- Anatomische Gegebenheiten
- Persönliche Prioritäten (Kontinenz, Sexualfunktion)
Diese Punkte bespreche ich ausführlich im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs.